Über KI (generative AI) im Content Management
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz hat die Welt in kürzester Zeit revolutioniert. Grosse Sprachmodelle helfen Unternehmen schon heute, Prozesse zu verschlanken, Mitarbeitende zu entlasten und digitale Kundenerlebnisse zu verbessern. Die Anwendungsbereiche sind dabei vielfältig, auch im Content-Marketing wird die Technologie zunehmend eingesetzt. Dabei mag die Umsetzung einfach erscheinen: Prompts formulieren, in ChatGPT oder einem anderen grossen Sprachmodell einfügen und in wenigen Sekunden den fertigen Blogpost online stellen. So simpel das klingt, so wenig skalierbar ist dieser Ansatz.
Wir bei Flyo haben daran gearbeitet, generative KI für Teams nutzbar zu machen. Mit dem KI-Assistenten steht eine Lösung bereit, die es Content-Editoren erlaubt, Umfang und Geschwindigkeit der Inhaltserstellung und -aktualisierung zu erhöhen, ohne dabei die Anwendungsoberfläche und den Workflow zu verlassen.
KI-Assistent und Co-Pilot
Der KI-Assistent ist der Oberbegriff für alle KI-Funktionen in Flyo. Co-Pilot bezeichnet einen spezifischen Teil davon: die feldbasierten Automationen, die Inhalte regelbasiert erstellen oder aktualisieren.
Was kann der KI-Assistent?
Der KI-Assistent deckt heute unter anderem folgende Aufgaben ab. Die meisten davon lassen sich direkt dort nutzen, wo du arbeitest: in einem Feld, im WYSIWYG-Editor, in Bild- und Dateifeldern oder im Social-Media-Bereich.
- Texte erstellen und verbessern: freien Text generieren, Texte optimieren, Rechtschreibung korrigieren, zusammenfassen, den Stil anpassen oder alternative Varianten erzeugen.
- Übersetzen: einzelne Feldinhalte sowie ganze WYSIWYG-Inhalte in eine andere Sprache übersetzen.
- SEO und Marketing: SEO-Texte und Texte aus Keywords generieren sowie strukturierte Daten (JSON-LD / schema.org) für Einträge und Nitro-Seiten erzeugen, auf Wunsch auch automatisch im Hintergrund.
- Bilder: Bilder anhand ihres Inhalts beschreiben (z.B. für Bildunterschriften oder Alt-Texte, optional automatisch beim Upload) und neue Bilder per KI generieren.
- Social Media: Beitragstexte, Hashtags und Einstiege für Social-Media-Posts erstellen.
- Eigene Task-Vorlagen: wiederkehrende Anweisungen als eigene KI-Aufgaben speichern (siehe Task-Vorlagen).
- Co-Pilot-Automationen: Feldinhalte regelbasiert und automatisiert erstellen oder aktualisieren (siehe Co-Pilot-Automationen).
Voraussetzung: KI-Abo
Der KI-Assistent ist ein kostenpflichtiges Zusatzabo. Mit dem Abschluss des Abos wird der Dienst freigeschaltet und du erhältst ein grosszügiges Nutzungskontingent inklusive:
- 10 Millionen Tokens pro Monat sind im Abo enthalten.
- Das Kontingent gilt pro Organisation und wird am 1. jedes Monats zurückgesetzt.
- Solange Inklusiv-Tokens vorhanden sind, läuft die Nutzung über den von Flyo bereitgestellten Zugang. Du brauchst dafür keinen eigenen OpenAI-Schlüssel.
- Sind die Inklusiv-Tokens vor Monatsende aufgebraucht, werden die KI-Funktionen bis zum nächsten Monat deaktiviert. Optional kannst du als Fallback einen eigenen OpenAI-Schlüssel hinterlegen, damit die Nutzung darüber hinaus weiterläuft.
Das Abo buchst du über Abo & Zahlungen (aktuell ab 29 CHF/Monat, exkl. MWSt; die aktuellen Konditionen findest du jeweils dort). Ohne aktives KI-Abo funktioniert der KI-Assistent nicht, auch nicht mit einem eigenen OpenAI-Schlüssel.
Deinen Verbrauch und das verbleibende Token-Kontingent siehst du in Flyo unter Organisation → KI-Assistent.
Tokens im Blick behalten
Ein Token entspricht grob einem Wortteil. Aufwändige Aufgaben (z.B. lange Texte, Bildgenerierung oder Automationen mit Websuche und hoher "Reasoning"-Stufe) verbrauchen deutlich mehr Tokens. Über das Protokoll siehst du pro Ausführung, wie viele Tokens verbraucht wurden.
Optional: Eigener OpenAI-Schlüssel (Fallback)
Wenn dein monatliches Token-Kontingent aufgebraucht ist, kannst du mit einem eigenen OpenAI-Schlüssel weiterarbeiten (Bring Your Own Key). Wichtig:
- Der eigene Schlüssel ist rein optional und dient ausschliesslich als Fallback. Er wird erst verwendet, wenn die Inklusiv-Tokens aufgebraucht sind.
- Solange Inklusiv-Tokens vorhanden sind, wird dein Schlüssel nicht belastet.
- Ein eigener Schlüssel ersetzt nicht das Abo: Ohne aktives KI-Abo bleibt der Dienst deaktiviert.
Den Fallback-Schlüssel hinterlegst du unter Organisation → KI-Assistent über die Option «Fallback OpenAI Verbindungen». Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter OpenAI-Fallback konfigurieren.
TIP
OpenAI verrechnet die Nutzung deines eigenen Schlüssels nach dem «pay as you go»-Prinzip. Setze bei OpenAI unbedingt ein monatliches Ausgabenlimit, um ungewollt hohe Kosten zu vermeiden.
Felder für den KI-Assistenten aktivieren
Der KI-Assistent kann Inhalte in einzelnen Feldern von Entitäten erstellen und aktualisieren. Damit es zu keinen ungewollten Anpassungen kommt, muss jedes Feld dafür freigeschaltet werden.
Öffne dazu die gewünschte Entität (Einstellungen → Entitäten), klicke auf Bearbeiten und öffne den Tab Felder. Klicke auf das gewünschte Feld, um die Einstellungen zu öffnen. Setze bei «Darf im KI-Assistenten verwendet werden» einen Haken und klicke auf Speichern:
Du kannst beliebig viele Felder freischalten und jederzeit wieder deaktivieren. Achte darauf, die Änderungen zu speichern, bevor du die Seite verlässt.
Co-Pilot-Automationen erstellen
Co-Pilot ermöglicht die automatisierte Erstellung und Aktualisierung von Feldinhalten. Die Automationen werden auf Ebene einer Entität definiert. Für jede Entität können beliebig viele Automationen mit unterschiedlichen Ziel-Feldern erstellt werden. Jede Automation wendet einen Prompt auf eines oder mehrere Felder der Entität an, um daraus den Inhalt im Ziel-Feld zu generieren.
Beispiele
Die folgenden Beispiele zeigen als Input die Kombination eines vorhandenen Feldes als Datenquelle, den dazugehörenden Prompt sowie den Output, der von Co-Pilot ins Ziel-Feld geschrieben wird.
Bei der Datenquelle handelt es sich bei beiden Beispielen um das Feld "Eventbeschreibung" der Entität "Veranstaltungen" in Flyo:
Ein weiteres Highlight bilden unsere täglichen Pinguinfütterungen, bei denen Sie als Gast ebenfalls hautnah dabei und unseren kleinen Frackträgern ganz nah sein können. Zu den Fütterungszeiten um 11.30 Uhr und 15.30 Uhr im Aussenbereich unseres Erlebnisbades, erfahren Sie durch unsere Tierpfleger wissenswerte Infos rund um die niedlichen Vögel.
Beispiel 1: Lead Text mit KI generieren
Im ersten Beispiel wollen wir das Feld "Lead Text" automatisch anhand des Inhalts des Feldes "Eventbeschreibung" generieren. Der Input aus Prompt (Anweisung) und Feld lautet also:
Erstelle aus dem folgenden Fliesstext einen Blog-Teaser mit maximal 60 Zeichen: EVENTBESCHREIBUNG
Der KI-Assistent generiert aus diesem Prompt den Output und setzt diesen automatisch ins entsprechende Ziel-Feld "Lead Text" ein. Der Output ist:
Tägliche Pinguinfütterungen: Seien Sie hautnah dabei!
Beispiel 2: Feldinhalt in eine andere Sprache übersetzen
Im zweiten Beispiel wollen wir einen Feldinhalt automatisiert übersetzen. Der Input lautet also:
Übersetze den folgenden Fliesstext von Deutsch auf Englisch: EVENTBESCHREIBUNG
Der KI-Assistent übersetzt das Feld "Eventbeschreibung" automatisch auf Englisch und fügt die Übersetzung in die englische Version des Feldes ein. Der Output ist dementsprechend:
Another highlight are our daily penguin feedings, where you as a guest can also be up close and personal with our little tuxedo wearers. At feeding times at 11:30 am and 3:30 pm in the outdoor area of our adventure pool, you will receive interesting information about the cute birds from our animal keepers.
Ziel-Feld definieren
Den Co-Pilot für eine Entität rufst du auf, indem du unter Einstellungen → Entitäten eine beliebige Entität öffnest und zum Tab Co-Pilot (KI-Assistent) navigierst.
Gib der neuen Automation einen Namen (1) wie z.B. "Meine erste Automation" und wähle das Ziel-Feld (2). Als Ziel-Feld kannst du alle Felder der jeweiligen Entität wählen, die für den KI-Assistenten aktiviert sind. Ziel-Feld bedeutet, dass die generative KI Inhalte in diesem Feld erstellen oder aktualisieren kann. Mit Hinzufügen (3) wird die neue Automation gespeichert. Standardmässig ist die Automation deaktiviert.
Input definieren
Nachdem die Automation erstellt wurde, kannst du sie mit Klick auf das "Stift"-Icon bearbeiten:
Name & Ziel-Feld
Im ersten Abschnitt können allgemeine Informationen wie der Name der Automation (1), das Ziel-Feld (2), die Ausgangs- (3) und Ziel-Sprache (4) angepasst werden. Zudem kannst du aktivieren, dass Änderungen durch den Co-Pilot als Änderungsvorschlag gespeichert und zuerst von einem Teammitglied angenommen (oder abgelehnt) werden müssen (5).
Prompt (Input)
Bevor du einen Prompt eingeben kannst, muss ein bestehender Eintrag definiert werden (1). Der ausgewählte Eintrag dient als Basis, um deinen Prompt testen zu können. Sollte diese Auswahl leer sein, musst du zuerst für die entsprechende Entität einen neuen Eintrag erstellen.
Gib nun deinen Prompt ein (2) und wähle über das "+ Icon" auf der rechten Seite des Eingabefeldes ein oder mehrere Felder der Entität als Datenquelle für den Input aus (3).
Das Vorschaufeld (4) zeigt dir eine Vorschau des Prompts. Die Vorschau beinhaltet auch den Inhalt aus der Datenquelle (Feldinhalt).
Die Temperatur (5) bestimmt, wie kreativ das Modell bei der Ausgabe ist. Du kannst dabei zwischen sehr konservativ (nah an der Wortwahl der Datenquelle) bis sehr kreativ wählen. Als Standard ist "Gemässigt" ausgewählt. (Hinweis: Nicht jedes Modell unterstützt eine Temperatur-Einstellung.)
Durch Klicken auf "Ausgabe (Output) testen" kannst du deinen Prompt testen. Zusätzlich zum Resultat zeigt Flyo auch den Token-Verbrauch für die Ausführung an. Dieser Wert gibt dir einen Eindruck, welcher Verbrauch bei jeder Ausführung pro Datensatz (Feld) anfällt.
Erweiterte Optionen
Beim Erstellen einer Automation stehen je nach gewähltem Modell weitere Optionen zur Verfügung, zum Beispiel die Auswahl des KI-Modells, eine Websuche als zusätzliche Wissensquelle, die "Reasoning"-Stufe (Denktiefe) sowie ein strukturiertes Ausgabeformat (JSON). Auch Bild- und Dateifelder können als Ziel-Feld dienen, sodass Bilder per KI generiert werden.
Szenario
Das Szenario definiert, wann der Co-Pilot die Automation starten soll. Du kannst zwischen drei Szenarien wählen:
- Manuell (1) → Die Automation muss von Hand gestartet werden. Dies ermöglicht eine gezielte Steuerung und höchste Kostenkontrolle.
- Halbautomatisch (2) → Die Automation wird einmalig ausgeführt, sobald ein neuer Eintrag erstellt wird.
- Automatisch (3) → Die Automation wird immer dann ausgeführt, wenn ein Eintrag erstellt oder bearbeitet wird.
Du kannst zusätzliche Regeln zur Ausführung definieren. Ist die Funktion "Nur ausführen, wenn das Feld leer ist" aktiviert (4), wird die Automation nur ausgeführt, wenn das Ziel-Feld leer ist. So verhinderst du, dass der Co-Pilot ungewollt Inhalte überschreibt.
Mit Klick auf "Speichern" wird deine Konfiguration gesichert und das Fenster geschlossen.
Automation aktivieren
Damit deine Automation ausgeführt werden kann, musst du sie aktivieren (1). Möchtest du eine Automation pausieren, kannst du sie jederzeit deaktivieren. Hast du das Szenario Manuell gewählt, kannst du die Automation jederzeit mit Klick auf "Jetzt ausführen" (2) starten. Diese Funktion kannst du auch nutzen, wenn das Szenario auf Halbautomatisch oder Automatisch eingestellt ist:
Übersetzungen mit dem Co-Pilot
Mit automatisierten Übersetzungen kannst du eine Menge Zeit sparen. In diesem Walkthrough erklärt Stefan von Flyo, wie man dafür den Co-Pilot nutzt:
Eigene Task-Vorlagen
Neben den vordefinierten Aufgaben kannst du eigene Task-Vorlagen anlegen: wiederkehrende Anweisungen (Prompts), die du immer wieder brauchst. Eine Task-Vorlage besteht aus einer Anweisung, einem Namen und weiteren Optionen und erscheint anschliessend im Aufgaben-Menü des KI-Assistenten. Task-Vorlagen verwaltest du unter Organisation → KI-Assistent → Task-Vorlagen.
Protokoll (Nutzung nachvollziehen)
Unter Organisation → KI-Assistent → Protokoll siehst du eine Übersicht aller ausgeführten KI-Aufgaben und Automationen. Pro Eintrag werden unter anderem Status, Zeitpunkt, verwendetes Modell und der Token-Verbrauch angezeigt. In der Detailansicht siehst du zusätzlich den verwendeten Prompt (Input) und das Resultat (Output). So behältst du den Überblick über Nutzung und Verbrauch.
Wie formuliere ich gute Prompts?
Je exakter der Prompt beschrieben wird, desto besser wird das Resultat. Nachfolgend findest du ein paar Tipps, damit du deine Prompts besser formulieren kannst.
Das COSTAR-Framework
COSTAR ist ein Framework, das einen strukturierten Ansatz für die Erstellung von Prompts bietet. Diese Methode stellt sicher, dass alle Schlüsselaspekte, die die Antwort der generativen KI beeinflussen, berücksichtigt werden.
C - Context (Kontext)
Die Bereitstellung von Hintergrundinformationen hilft der KI, den spezifischen Kontext zu verstehen und den Output darauf abzustimmen.
Beispiel: Du bist ein Pflanzenexperte mit grossem Wissen und möchtest potentiellen Kunden fachkundige Tipps weitergeben.
O - Objective (Ziel)
Die klare Formulierung des Ziels oder Zwecks des Prompts stellt sicher, dass sich die KI auf das Erreichen dieses Ziels konzentriert.
Beispiel: Deine Aufgabe ist es, einem Laien Tipps im Umgang mit Pflanzen zu geben.
S - Style (Stil)
Definiere den gewünschten Stil der Antwort. Vom Schreibstil eines Wissenschaftlers oder Journalisten bis hin zur Nachahmung bestimmter Genres, formeller Berichte oder kreativer Fiktion.
Beispiel: Schreibe professionell und informativ. Verwende eine klare und prägnante Sprache, um die Aspekte der einzelnen Pflegetipps zu erläutern.
T - Tone (Tonalität)
Die Tonalität bestimmt die emotionale oder einstellungsbedingte Färbung der Antwort und kann von formell über locker bis hin zu enthusiastisch oder einfühlsam reichen.
Beispiel: Nutze für die Antwort einen freundlichen und hilfsbereiten Ton.
A - Audience (Zielgruppe)
Definiere die Zielgruppe, für die die Antwort bestimmt ist. Das steigert das Engagement deiner Inhalte und sorgt für ein besseres Verständnis.
Beispiel: Die Zielgruppe sind potentielle Kunden deines Pflanzen-Start-ups. Sie sind auf der Suche nach verständlichen Informationen.
R - Response (Antwortformat)
Die Definition des Formats stellt sicher, dass der Output im gewünschten Format erfolgt.
Beispiel: Erstelle eine Auflistung, die maximal 10 Punkte umfasst.

